Wieder in Oulu


Nach den paar Tagen in Lappland gleich die Chance nutzen und in Oulu ausm Zug raus, die Stadt mit den breiten Fahrradwegen und den dazugehörigen Brücken – für die darübergehenden Straßen. Auch hier natürlich kein Schnee, 3 Stunden von Rovaniemi grob Richtung Süden, also bis auf zusammengefahrene Schneehaufen nix. Bei +5°C auch nicht anders zu erwarten.
Also vom Bahnhof erstmal in Richtung Yliopistokatu 16, wo ich auf dem berühmten Sofa von Franks WG einige Tage verbringen will. Vom Bahnhof die gut 5km zu Fuß, die Ruhe nach mehreren Tagen mit viel Reden genießend, einfach draufloslaufen, wissend welche Abzweigung im Hochhausviertel zu nehmen, über den aufgestauten Fluß am beleuchteten Kraftwerk vorbei, am wie ein Ufo im Nebel aussehenden Wasserturm. Irgendwie immer noch ‘zuhause’, so krank sich das auch anhört.
War relativ ‘lebendig’ in der WG, weil ein Großteil der WG ein Projekt beenden musste, nur 4 Stunden pro Nacht die Woche schlief und ich im Flur dann von nächtlichem Kaffeekochen profitieren konnte. War in der Situation erstaunlich wenig störend, einfach Kaffee mittrinken und sich den schönen Dingen des Lebens zuwenden, bspw. dem Plural im Finnischen. Sogar einiges geschafft. Das heißt beim Plural in der finnischen Sprache allerdings nicht unbedingt, dass man jedes Wort in den Plural setzen könnte. Wäre ja auch zu schön.
Am ersten Tag erstmal eine Runde durch Oulu, von Linnanmaa nach Nallikari, da bis es nicht weiter mehr südlich geht wegen dem Ölhafen, auf die andere Seite der Insel, hoch bis zur Brücke nach Pikisaari, und zum im Winter nicht ganz so sympathisch aussehenden Bibliothek und Theater, a.k.a. Atomkraftwerk.

Nun die schöne Papierfabrik und ihre Nebelfahnen im Rücken noch ein Blick gen Pikisaari … eine kleine Insel mit vielen kleinen Holzhäuschen, …

Im Park mit den vielen kleinen weißen Brücken, Hupisaaret, dann eine Überraschung: Da wo im Sommer schöne Springbrunnen waren, war jetzt noch nichtmal mehr Wasser. Ungewohnt.

Später am Nachmittag wird das ganze dann ein wenig interessanter beleuchtet:

Und es ging weiter, oder zurück Richtung Innenstadt, Rathaus, Essen … Die Tage in Oulu waren merklich länger als in Korvala, aber auch dort fängt die Dämmerung um 14:00 schon merklich an, wenn man nicht sagen will dass das der Fall sei gegen 12 wenn es nicht mehr merklich heller wird …

So wie man ihn aus Helsinki gewohnt ist, andauernder Regen, nicht sonderlich viel und nicht sonderlich störend (zumindest mittlerweile nicht mehr, weiß nicht wie man das ohne ‘Gewöhnungsphase’ sehen würde). Noch mal den kleinen Jungen auf der Mauer besuchen …. noch etwas essen, mit dem deprimierenden Erlebnis noch nicht einmal verstanden zu haben was die Frau hinterm Tresen wollte als sie fragte ob man dort essen will (‘syötkö täällä ?’) - in dem Moment irgendwie einfach nicht drauf gekommen, obwohl es ja eigentlich das trivialste und vorraussehbarste war, alle Vokabeln seit Monaten bekannt sind und die Oululaisier ja eigentlich recht schönes Finnisch sprechen - und zurück nach Linnanmaa. Insg. mehr als 20km in mehr als 6 Stunden, viele Fotos, einiges Wasser von oben, …

Einmal ein Foto von meinem alten ‘Zuhause’, YOK18. Im Sommer sah das so aus.

und die Straße die einmal um das Univiertel führt …. ein Teil meiner alten Laufstrecke dort.

Auch am zweiten Tag leichter Nebel … wie schön wär das nur mal unter Null gewesen …

Auf meiner alten Laufstrecke entlang des Sees nördlich von Linnanmaa …

Donnerstag abend so wie in Hki viele der Austauschstudenten im Onnela, einer Disko, die auch schon während des Sprachkurs oft besucht wurde. Die Leute aus Helsinki überlegen warum das Onnela in Hki irgendwie nicht so schön ist wie das in Oulu: Assoziationen mit dem Sommer, mehr bekannte Leute, kleinere Stadt, netteres Ambiente, mehr Einheimische, kleinere Räume, dafür mehr, … ? Jedenfalls n schöner Abend

Und wie auch schon im Sommer mache ich mich zu Fuß auf den Rückweg in die YOK. Nachts mittlerweile sogar unter Null, klarer Himmel, wenig Wind, das Wasser vermutlich wieder teilweise am Gefrieren und schön knirschende Eisschollen die noch aus der kalten Zeit übriggeblieben sind.
Der Marktplatz (zum Vergleich, im Sommer mit Leuten, gegen 23:00):

Die Papierfabrik – ich weiß nicht ob das wirklich nötig ist sie so extrem zu beleuchten, aber sieht ja schön aus.

Und wieder durch Huupisaaret mit vielen kleinen weißen Brücken, im Sommer gabs hier leckeres Salmiakeis, nun war ich fast alleine im ganzen Park.


Freitagabend, immer mehr Leute aus dem Sprachkurs kommen an und sammeln sich in Gernots und Andi’s WG. Selbst wenn es sich diesmal noch in Grenzen hält, immer wieder erstaunlich wieviele Menschen in diese 4er WGs reinpassen.

Samstägliches EILC-Mittagessen in der Mensa. Das Essen ist hier wie gesagt in den Mensen allgemein so gut, dass man sich da auch zu solch besonderen Anlässen gut treffen kann. In Heidelberg wär das vielleicht was anderes.

Italienisch, ungarisch, portugiesisch, spanisch, französisch deutsche Planungsrunde. Letztendlich dann spazierengehen, plätzchenbacken, Räume dekorieren, einkaufen …

Zwanzig nach drei (nachmittags) ist das fotografieren schon nicht mehr einfach. Und die Kamera produziert bei ISO400 schon reichlich verrauschte Bilder ….


Samstag abend Pikkujoulu in der Wohnung von Kerstin, Jasmin und Mitbewohnerinnnen … eine finnische Tradition von November bis Januar. Sowas wie Weihnachtsfeiern in Deutschland, nur hier vielleicht ein wenig exzessiver.
Bis auf 3 Leute waren alle Teilnehmer des Sprachkurses wieder da :)
Die WG hatte alle Zimmer mehr oder weniger auf den Kopf gestellt, Kekse gebacken und dekoriert … und jeder bringt irgendetwas mit, natürlich. Pizza, Pfannkuchen, …  und massenweise Glögi, finnischen Glühwein, der im Allgemeinen alkoholfrei verkauft wird.

und dann …

Und dank Jiri der sich gerne verkleidet dann sogar Joulupukki mit Geschenken. Anscheinend eine sichtlich gelungene Überraschung, wenn man sich die Gesichter oben anguckt :)

Hei Kerstin, willkommen im Club: “Meine Eltern haben mir Unmengen Alkohol mitgebracht, und ich weiß nicht wohin damit.” ;)

hmja, das hat wlan, mehrere Monitore, einen davon mit 640×480, eine merkwürdig ‘drehbare’ ’Tastatur’, eine Kamera, einige Freiheitsgerade bzgl. Verdrehungen, passt in die Hosentasche, kostet momentan theoretisch soviel wie ein Mittelklassewagen … und telefonieren kann man damit auch.

Dank Jasmin auch mal n Foto mit mir drauf …

Das berühmte Sofa in Franks WG am Tag meiner Abreise. Sehr berühmt unter Austauschstudenten, da es extra für das Sofa eine Einweihungsfeier gab auf der jeder einmal Probesitzen musste, wobei fotografiert wurde und an der Wand nun ein langes Sofapanorama hängt … mit vielen Leuten. Eine große Ehre.

und zurück in Hki …

weitere Bilder in der Gallerie

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2 Antworten auf Wieder in Oulu

  1. Oliver sagt:

    tja – sieht hier in Deutschland auch nicht anders aus, immerhin ist es mal _etwas_ kälter geworden, aber Frost und Schnee ist nicht in Aussicht.

    Ansonsten: superschöne Bilder wie immer, macht neidisch! (-;

    Gruß!
    Oliver

  2. This program goals to stop obese and obesity among this healthy minority.

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